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Saft ist nicht gleich Saft


Costa del Sol
Fruchtsaft
Saftgehalt: 100 %

Fruchtnektar
Saftgehalt: 25-50 %

Fruchtsaftgetränk
Saftgehalt: 6-30 %


 

Fruchtsäfte und Fruchtnektar sind in Deutschland so beliebt wie nirgends sonst auf der Welt. Über 40 Liter Saft und Nektar werden hier pro Kopf und Jahr getrunken. Die Auswahl an Fruchtgetränken ist dabei groß. Neben Saft finden sich auch Fruchtnektar oder Fruchtsaftgetränke im Handel.

Saft - Nektar oder Saftgetränk?

Nicht alle Getränke auf Früchtebasis sind gleich. Hinter den Bezeichnungen Saft, Nektar und Saftgetränk verstecken sich Getränke, die sich neben einem unterschiedlichen Fruchtgehalt auch durch weitere Faktoren unterscheiden.

Fruchtsaft

Reiner Fruchtsaft ist ein Produkt, das in zwei verschiedenen Formen angeboten wird: als Direktsaft und als Konzentrat. Von der Darbietungsform abgesehen gelten für beide Produkte jedoch die selben Richtlinien: der Fruchtgehalt muss 100 % betragen, andere Zusätze waren bisher nicht erlaubt. Ausnahme: in regnerischen und sonnenarmen Jahren durften zum Ausgleich eines natürlichen Zuckermangels maximal 15 g Zucker pro Liter Saft zugesetzt werden. Nach Einführung der neuen Fruchtsaftverordnung im Mai 2004 dürfen nun auch Fruchtsäften bis zu 150 g Zucker zur Erzielung eines süßen Geschmacks zugesetzt werden. Dies muss auf dem Etikett mit der Angabe „gezuckert“ oder „mit Zuckerzusatz“ kenntlich gemacht werden.

Direktsaft
Direktsaft ist ein Saft mit 100 % Fruchtgehalt. Er wird als Direktsaft bezeichnet, weil er direkt nach der Verarbeitung abgefüllt wird. Bei der Herstellung sind nur physikalische Verfahren zugelassen. Zusätze wie Aromastoffe etc. sind nicht erlaubt.

Saft aus Konzentrat
Saft aus Konzentrat ist ebenfalls ein Saft mit 100 %igem Fruchtgehalt. Der Unterschied zum Direktsaft liegt jedoch darin, dass er nicht sofort abgefüllt wird. Um Lagerung und Transport zu erleichtern, wird der Saft nach der Herstellung konzentriert und vor dem Abfüllen durch Verdünnung wieder zurückgewonnen. Dabei wird dem frisch gepressten Saft in einem Vakuum das Wasser entzogen damit die natürlichen Aromen entweichen. Die Aromen werden aufgefangen und bei der Rückverdünnung mit der gleichen Menge Wasser wieder zusammengeführt. Qualität und Geschmack werden bei diesem Verfahren nur minimal eingebüßt.

Fruchtnektar

Fruchtnektar wird aus Wasser, Fruchtsaft oder Fruchtmark und Zucker hergestellt. Nektar hat keinen 100 %igen Fruchtgehalt. Je nach Fruchtart muss der Fruchtanteil zwischen 25-50 % liegen. Dieser Mindestanteil ist für jede Fruchtart gesetzlich vorgeschrieben. Der Rest wird mit Wasser und Zucker gestreckt. Erlaubt ist eine Zuckerzugabe von 20 %. Der Fruchtanteil muss auf dem Etikett angegeben werden.

Fruchtart

 Mindestgehalt an Fruchtsaft/-mark in %

Apfel/Birne 

50

Zitrusfrüchte

50

Pfirsich 

45

Heidelbeere

40

Aprikose

40

Sauerkirsche 

35

Stachelbeere

30

Pflaume/Zwetschge 

30

Schwarze/Rote Johannisbeere 

25

 
Fruchtsaftgetränk

Fruchtsaftgetränke zählen rechtlich zu den Erfrischungsgetränken. Je nach Fruchtart enthalten sie nur 6-30 % Fruchtsaft. Der Rest besteht aus Wasser, Zucker (unbegrenzte Mengen), Aromen, Farbstoffe und Konservierungsstoffe. In Getränken signalisiert die Farbe die zu erwartende Geschmacksrichtung, zudem dienen Farbstoffe dazu den Farbton immer gleich erscheinen zu lassen. Konservierungsstoffe hemmen das Wachstum von Mikroorganismen wie Schimmelpilzen; Gärungs- oder Fäulniserregern. Sie machen damit die Lebensmittel länger haltbar.

Fruchtart

Mindestgehalt an Fruchtsaft/-mark

Kernobst, Trauben 

30

Zitrusfrüchte

6

Andere Fruchtarten 

10

 
Fragen rund um Saft & Co.

Was bedeutet die Bezeichnung „naturtrüb“?

Naturtrüber Saft enthält alle Schwebstoffe, die beim Pressen der Früchte natürlicherweise entstehen. Beim klaren Saft werden sie vor der Abfüllung durch Zentrifugieren und Filtern entfernt.

Was muss bei Säften und Co. auf der Packung angegeben werden?

Neben der genauen Verkehrsbezeichnung (z.B. Fruchtsaft oder Fruchtnektar) muss das Zutatenverzeichnis angegeben werden, damit der Verbraucher weiß, ob Zusätze enthalten sind. Bei Saft aus Konzentrat muss die Herstellungsweise vermerkt werden. Außerdem steht auf jeder Packung wie hoch der Fruchtgehalt ist.

Warum wird aus manchen Fruchtarten kein Saft hergestellt?

Aus Johannisbeeren oder Sauerkirschen wird nur Nektar hergestellt, da die Verarbeitung zu Saft aufgrund des hohen Säuregehaltes nicht möglich ist. Bei anderen Obstarten wie Aprikosen oder Pfirsichen ist das passierte Fruchtmark zu dick. Diese Säfte können nur durch die Zugabe von Wasser und Zucker trinkfertig gemacht werden.

Welche Bedeutung hat Streuobst?

Rund 1,5 kg Äpfel werden für die Herstellung von 1l Apfelsaft benötigt - Äpfel von Streuobst wiesen spielen dabei eine wichtige Rolle. Denn etwa 70 % der für die Saftherstellung benötigten Äpfel stammt au dem Garten- und Streuobstbau.

Enthält Apfelsaft Alkohol?

Sehr viele Lebensmittel enthalten von Natur aus Alkohol - Apfelsaft gehört dazu. Im natürlichen Reifeprozess entsteht aus den im Apfel vorkommenden Kohlenhydraten Alkohol. Ein Glas Saft enthält im Schnitt 400 mg Alkohol. Bei einem 30 kg schweren Kind würde diese Menge zu einem Promillegehalt von 0,048 führen und ist damit sehr gering.

Was sind ACE-Drinks?

ACE-Drinks gehören zu den funktionellen Lebensmitteln. Neben der durstlöschenden Funktion sollen sie noch weitere für den Körper positive gesundheitliche Wirkungen erzielen. ACE Getränke bestehen meist aus Mineralwasser mit unterschiedlichen Anteilen von Frucht- und Gemüsesäften, zusätzlich werden ihnen Vitamine und Mineralstoffe zugesetzt. Da viele dieser Getränke einen sehr hohen Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen aufweisen sollte nicht mehr als ein Glas pro Tag getrunken werden.

 

Quellen:

Fruchtsäfte und Erfrischungsgetränke, aid, 1373/1998
Fruchtsäfte, Lebensmittel Praxis, 4/2000
Die Zutatenliste, aid, 1135/2003
E-Nummern, Verbraucherzentrale, 2003
Fruchtsaftverordnung 2004

Ernährungszentrum Mittlerer Oberrhein, Brigitte Hege

 

 

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